Räumung der Alten Universität

Eilmeldung – Räumung der Alten Uni – Umzug des Plenums in den Marstallhof

Stand 11.30 Uhr: Im Folgenden die Eilpressemeldungen! Die (jetzt wohl ehemaligen) BesetzerInnen haben sich im Innenhof des Marstalls versammelt. Wer kommen möchte, fühle sich bitte frei, vorbeizuschauen! Wir beraten, wie es nun weitergeht, das Plenum hat sich zusammengefunden.

_________________________________________________________________________________

Stand 11.45 Uhr: Aktionsbündnis gegen Studiengebühren (ABS) und bündnis für politik- und meinungsfreiheit (bpm) erklären sich solidarisch mit den ehem. BesetzerInnen:

„[…]ABS und bpm solidarisieren sich mit den streikenden Studierenden an der Universität
Heidelberg und unterstützen die Rücktrittsforderung gegenüber Rektor Eitel sowie eine
Straffreiheit für alle Besetzerinnen und Besetzer.“ (Vollständige Fassung)

_________________________________________________________________________________

Stand 13.00 Uhr: Auf dem Kornmarkt bei der Kundgebung der IG Bau konnten ein paar unserer Leute einige Worte sagen. Das Plenum tagt wieder. Ein Offener Brief an Dekane, Professoren und Dozenten wurde verfasst und ist hier online gestellt. Es geht voran – auch ohne besetztes Rektorat!

_________________________________________________________________________________

Stand 16.00 Uhr: Das Plenum gönnt sich gerade mal eine kleine Pause, die AKs arbeiten weiter. Hier mal ein paar Bilder aus dem Plenum!

Die neuste Pressemitteilung ist raus. (hier)

_________________________________________________________________________________

Neuster Stand 18.30 Uhr: Das Plenum ist wieder zusammengetreten. Lothar Binding, Bundestagsabgeordneter der SPD für Heidelberg, war kurz da und hat noch einmal seine Unterstützung ausgesprochen, außerdem Hilfe angeboten, damit es nicht zu einer Strafverfolgung für die angezeigten BesetzerInnen kommt. Dabei arbeitet er zusammen mit Theresia Bauer, Landtagsabgeordnete (BaWü) der Grünen, die jetzt auch noch hier im Plenum sitzt.

_________________________________________________________________________________

!!Eilmeldung!!

Gewaltsame Räumung des Rektorats der Universität Heidelberg

Zur Stunde räumen rund 300 schwer gerüstete Polizeieinheiten gewaltsam das Rektorat der Universität Heidelberg. Im Inneren des Gebäudes halten sich rund 150 Studierende und SchülerInnen auf, die derzeit heraus getragen und widerrechtlich erkennungsdienstlich behandelt werden. Das Rektorat stellte laut Polizei Anzeige wegen Hausfriedensbruch.

Die Räumung hält zur Stunde an; das Rektorat verweigerte jegliches Gespräch und bestand auf ein gestriges „Ultimatum“. Die Studierenden und Promovierenden hatten gestern in einem Gespräch mit Prorektor Roth konkrete Zugeständnisse im Hinblick auf ihre Forderungen gefordert. Roth verweigerte jedoch im Namen des Rektorats jegliche Zusicherungen. Selbst eine von ihm persönlich angebotene „Sprechstunde“ hatte keine Rückendeckung von Seiten des Rektors: „Das mache ich nicht.“ (Prorektor Roth)

__________________________________________________________________________________

Eilmeldung (2) – 20.06.2009, 9.42 Uhr:

„Räumung des freien Geistes aus dem Rektorat der Universität Heidelberg“
– Rektorat stellt Strafanzeige gegen Studierende und Promovierende – Polizei agiert gespalten mit Gewalt und Sympathie auf die BesetzerInnen

Zur Stunde räumen rund 300 schwer gerüstete Polizeieinheiten gewaltsam das Rektorat der Universität Heidelberg. Im Inneren des Gebäudes halten sich noch immer rund 150 Studierende und SchülerInnen auf, die derzeit heraus getragen und widerrechtlich erkennungsdienstlich behandelt werden.

Das Rektorat hatte laut Polizei bereits gestern gegen 22.00 Uhr die Anweisung zur Räumung gegeben, noch ehe die Studierenden zum Positionspapier des Rektorats Stellung beziehen konnten.

Die Polizei umkreiste gegen 7.12 Uhr mit rund 30 vollbesetzten Kastenwägen die Alte Universität und drang mit rund 300 mit Schlagstöcken ausgestatteten Polizeieinheiten in das Gebäude „des freien Geistes“. Die Presse wurde ausgeschlossen, Kameras und sonstige Aufzeichnungsgeräte wurden beschlagnahmt und Platzverweise ausgesprochen. Forderungen nach einem organisierten Rückzug von Seiten der verängstigten Studierenden und SchülerInnen im Inneren wurden kommentarlos abgelehnt.

Im Inneren verläuft die Räumung im Chaos. Die Polizei agierte laut mehrfach bestätigten Informationen von „BesetzerInnen“ sehr gespalten: Mehrere PolizistInnen äußerten Verständnis und zeigten Zustimmung für die Forderungen der BesetzerInnen. Andere Einheiten gingen mit äußerster Brutalität gegen die jungen Heranwachsenden vor und provozierten Verletzungen selbst bei SchülerInnen und Schülern: „Wenn Du nicht kooperierst, muss ich stolpern und Du tust Dir weh.“ – „Tut doch nur Dir weh, du Penner.“ – „Wir können dir auch gleich den mit dem Stock den Kopf einschlagen.“ – Aus dem Inneren des Gebäudes der Alma Mater sind wiederholt Hilferufe und Sprechchöre „Keine Gewalt“ zu hören.

Die Studierenden und Promovierenden hatten gestern in einem Gespräch mit Prorektor Roth konkrete Zugeständnisse im Hinblick auf ihre konkreten Forderungen gefordert. Roth verweigerte jedoch im Namen des Rektorats jegliche Zusagen. Selbst eine von ihm persönlich angebotene „Sprechstunde“ hatte keine Rückendeckung von Seiten des Rektors: „Das mache ich nicht.“ (Eitel lt. Prorektor Roth).

Studierende, Promovierende, Schülerinnen und Schüler sowie zahlreiche Lehrende zeigen sich schockiert von den aktuellen Ereignissen und der geringen Dialogbereitschaft des Rektorats. Der „lebendige Geist“ dürfe nicht mit Gewalt zerstört werden: das Rektorat habe sich mit dieser Aktion ins Abseits gestellt und sei für eine offene Universität nicht länger hinnehmbar.

__________________________________________________________________________________

Eilmeldung (3) – 20.06.2009 – 9.52 Uhr:

„Mehrheit der Dekane stellen sich hinter die Studierenden im Rektorat“

Soeben wurde aus internen Kreisen bekannt, dass „eine Mehrheit der Dekane der Universität Heidelberg hinter den Studierenden im Rektorat“ stehen. Sie verurteilten das gewaltsame Vorgehen von Rektorat und Polizei. Der „lebendige Geist“ sei tot.

Nähere Informationen folgen in Kürze.