Solidarisierungen Besetzung

Unterstützung – danke euch allen!

Wie schon mehrmals angesprochen, sind es nicht nur die Studierenden innerhalb der Alten Universität Heidelberg, die hinter ihren Forderungen und der Besetzung stehen. Zunächst stehen einmal ein Großteil der Fachschaften, die sich bisher zu Wort gemeldet haben, hinter den Forderungen und oft auch hinter der Besetzung. Außerdem haben sich in Unterschriftenlisten über 1300 Leute solidarisch erklärt. Ebenso haben sich BS-AKs aus anderen Städten gemeldet, Mitglieder des Mittelbaus der Universität Heidelberg, der u-asta der Uni Freiburg und viele andere. Vielen Dank für eure Unterstützung, ihr stärkt die Moral der BesetzerInnen in der Alten Uni! Im Anschluss einige der bei uns eingetroffenen Solidarisierungserklärungen.

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Liebe Studierende,

es ist mir ein Anliegen, Ihnen mitzuteilen, dass ich mit Ihren heute
veröffentlichten Forderungen auf der Ebene der Universität Heidelberg
und des Landes Baden-Württemberg solidarisch bin und Sie unterstütze.
Für Ihre Aktionen wünsche ich Ihnen viel Erfolg

[ein Professor der Universität Heidelberg]

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Solidarisierungserklärung von Christoph Gran und Arif Rüzgar (Mittelbau Uni Heidelberg)

Hiermit erklären wir uns mit den bundesweiten Bildungsprotesten solidarisch und unterstützen die inhaltlichen Forderungen der BesetzerInnen des Rektorats an der Universität Heidelberg. Die Universität darf nicht partikularen (wirtschaftlichen) Interessen dienen, ebenso wenig ist Bildung ein Gut, das von einer elitären Minderheit für sich beansprucht werden darf. Transparenz, Mitbestimmung seitens der Studierenden und des Mittelbaus sowie ein gebührenfreies Studium sind daher unverzichtbar. In diesem Sinne muss die inhaltliche und organisatorische Ausgestaltung des Bachelor/Master von allen Betroffenen gemeinsam gestaltet werden. Eine Ausrichtung der Inhalte
an realen gesellschaftlichen Problemen wie Armut, Klimazerstörung oder Arbeitslosigkeit ist hierbei ebenso notwendig, wie eine interdisziplinäre, zum kritischen Denken anregende Form der Lehre. Für die Ökonomik bedeutet das auch: mehr Seminare und weniger Vorlesungen. Denken statt reproduzieren lernen.

Christoph Gran (Mittelbau Alfred-Weber-Insitut für Wirtschaftswissenschaften)
Arif Rüzgar (Mittelbau Alfred-Weber-Insitut für Wirtschaftswissenschaften)

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Pressemitteilung des Deutschen Gewerkschaftsbund Rhein-Neckar

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Rhein-Neckar erklärt sich mit den Studierenden, die derzeit das Rektorat der Universität Heidelberg besetzt halten solidarisch. In einer ersten Reaktion erklärte der Regionsvorsitzende Stefan Rebmann: „Ich bin auf der Seite der Studierenden, die sich für ihr Recht auf Mitbestimmung und demokratische Teilhabe einsetzen und bessere Studienbedingungen für sich und ihre Kommilition/innen fordern.“ Wenn diese Forderungen nicht auf andere Weise Gehör fänden, so Rebmann weiter, dann müsse man auch mal auf zivilen Ungehorsam setzen können.

Der DGB-Vorsitzende betont jedoch auch, dass die Besetzung weiterhin so friedlich bleiben müsse wie bislang und das jeder zivile Ungehorsam auch seine Grenzen habe. Für den Fall, dass diese erreicht sind, bot er die Unterstützung des DGB bei der Vermittlung zwischen den Interessen von Studierenden und Hochschule an. (Schreiben des DGB)

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u-asta solidarisiert sich mit den BesetzerInnen des Heidelberger Rektorats

Der unabhängige allgemeine Studierendenausschuss der Universität Freiburg (u-asta) solidarisiert sich mit den BesetzerInnen des Rektorats in Heidelberg und unterstützt ausdrücklich die Forderungen. Die Wiedereinführung der Verfassten Studierendenschaft, die Abschaffung von Bildungsgebühren und eine Abkehr von der Verwirtschaftlichung der Hochschulen ist dringend notwendig. […] (Vollständige Solidarisierungserklärung des u-asta)

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Liebe BesetzerInnen,

unser heutiges Abschlussplenum der Protestwoche hat einstimmig beschlossen, dass wir uns mit euren Zielen und Aktionsformen solidarisieren.
Es sind einige Leute von Mainz auf dem Weg nach Heidelberg.

Haltet durch. Ihr macht da was verdammt tolles.

In diesem Sinne solidarische Grüße aus Mainz
Euer AK Bildungsstreik

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Solidarisierung der Fachschaften

Auch am dritten Tag der Besetzungen solidarisieren sich immer mehr Fachschaften entweder direkt mit der Besetzung oder in jedem Fall mit den Forderungen der besetzenden StudentInnen.

Solidarisiert mit den Forderungen der protestierenden StudentInnen haben sich bereits die Fachschaften:

    • Romanistik
    • Philosophie
    • Südasien-Institut
    • Computerlinguistik
    • Germanistik
    • Islamwissenschaft/Iranistik
    • Psychologie
    • Anglistik
    • Europäische Kunstgeschichte
    • Religionswissenschaft
    • Soziologie
    • Theologie
    • Ethnologie
    • Geographie
    • Biologie
    • VWL
    • Geowissenschaften
    • Pharmazie
    • Molekulare Biotechnologie
    • MathPhys
    • Chemie
    • Politik
    • Ägyptologie
    • Sport
    • Byzantinische Archäologie und Kunstgeschichte
    • Klassische Archäologie

Alle Stellungnahmen findet ihr ausführlich auf der Website der FSK bzw. unter dem Punkt „Besetzung geht in die nächste Runde„.

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Explizit ist zu nennen, dass die Fachschaft Medizin sich nicht vom Bildungsstreik distanziert. Eine entsprechende Mitteilung findet sich auf der Website der Fachschaftskonferenz (FSK): Stellungnahme der FS Medizin

Im Folgenden zitieren wir die offzielle Seite der Uni Heidelberg (http://www.uni-heidelberg.de/presse/meldungen/2009/bildungsstreik.html) „In einem Schreiben der Fachschaft Medizin vom Donnerstag an den Dekan und den Studiendekan heißt es: „Ich möchte Ihnen im Namen der Fachschaft Medizin Heidelberg mitteilen, dass wir uns nach eingehender Diskussion dazu entschieden haben, den Bildungsstreik nicht zu unterstützen. Wir gehen durchaus mit den Zielen des Bildungsstreiks konform, sind aber mit den gegenwärtigen Aktionen und wie sie praktiziert werden nicht einverstanden.“ Außerdem schrieb Prorektor Pfeiffer in einem Brief, dass sich „die Fachschaft Medizin […] bereits distanziert“ hat.
Unsere Anmerkung dazu ist, dass diese Meldung einer schlecht besuchten Feiertagssitzung von letzter Woche zugrunde liegt. Da die Fachschaft erst heute wieder tagt, veröffentlicht das Rektorat diese Informationen zu einem undurchdachten Zeitpunkt. Hier nochmal die WAHRE Stellungnahme der Mediziner:

Sehr geehrter Herr Rektor Eitel,

wir möchten Sie im Namen der Fachschaft Medizin darauf hinweisen, dass unsere Diskussion zum und über den Bildungsstreik nicht aufgrund der aktuellen Besetzung des Rektorats erfolgt ist, sondern bereits in der vergangenen Woche stattfand.

Dabei wollen wir auch eindeutig klar stellen, dass wir die Ziele und Forderungen des Bildungsstreiks mit Nachdruck unterstützen. Von gewalttätigen, grob rechtswidrigen Aktionen, wie sie vereinzelt stattgefunden haben und stattfinden, distanzieren wir uns jedoch ausdrücklich, was wir mit unserer Mitteilung ans Dekanat vom 17.06. zum Ausdruck bringen wollten.

Eine Instrumentalisierung der Fachschaft Medizin von jedwelcher Seite lehnen wir entschieden ab.

Mit freundlichen Grüßen,

Christoph Philipsenburg
Jan Stiepak

für die Fachschaft Medizin

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Die Fachschaft Romanistik der Universität Heidelberg unterstützt die friedliche Besetzung des Rektorats in der Alten Universität Heidelberg ausdrücklich und stimmt den ausgearbeiteten Forderungen der Studierenden zu.
Auch wir sehen darin leider den einzigen Weg, den berechtigten studentischen Forderungen Nachdruck zu verleihen. Besonders unsere Erfahrungen mit dem Rektorat während und nach der Besetzung unseres eigenen Instituts bestärken uns in dieser Sichtweise, denn ohne diesen öffentlichen Druck scheint man dort auf taube Ohren zu stoßen.
Solidarische Grüße,
die Fachschaft Romanistik
i. A. Steffen, Melanie
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Sehr geehrte Studierende,
hiermit erklärt die Fachschaft Philosophie ihre Solidarität mit dem Bildungsstreik 2009 und der Rektoratsbesetzung und damit einhergehenden Forderugen von Seiten der Studierendenschaft.
Wir unterstützen die Forderungen, da sie sich mit unseren eigenen Forderungen decken und friedlich durchgesetz werden.
Mit freundlichen Grüßen
Freie Fachschaft Philosophie,
Lisa Hellert – Fachschaftssprecherin
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Stellungnahme der Studierendenvertretung des Südasien-Instituts zur Rektoratsbesetzung
Es freut uns, dass wir als rechtlich nicht anerkannte Studierendenvertretung eine öffentliche Stellungnahme äußern dürfen.
Zur Rektoratsbesetzung äußern wir uns folgendermaßen:
Die Besetzung im Zuge des bundesweiten Bildungsstreiks hat wie auch andere Aktionen an deutschen Universitäten für breite öffentliche Aufmerksamkeit und den Anstoß einer gesellschaftlichen Diskussion bezüglich änderungsbedürftiger Zustände im Bildungsbereich geführt. Aus diesem Grund unterstützt die nicht verfasste Studierendenvertretung des Südasien-Instituts die Besetzung. […] (Ausführliche Stellungnahme der FS Südasien-Instituts auf der Website der FSK.)
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Hallo,
wir, die Fachschaft Computerlinguistik, unterstützen die Rektoratsbesetzung und die Forderungen.
Viele Grüße,
Nicolas Bellm
(Ausführliche Stellungnahme der FS Computerlinguistik)
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Die Fachschaft Germanistik unterstützt und solidarisiert sich in vollem Umfang die Besetzung der Alten Uni und die Forderungen des Bildungsstreiks im Rahmen der Besetzung.
Ziad-Emanuel Farag i.V. der FS Germanistik (Ausführliche Fassung)

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Sehr geehrte Damen und Herren,

die Fachschaft Islamwissenschaft/Iranistik unterstützt nach tiefgehender Diskussion die Besetzung des Rektorats durch die Initiative Bildungsstreik 2009. Wir sehen die Okkupation als einzige Möglichkeit, den Zielen der Bildungsstreikinitiative (die auch unsere sind) im Sinne eines Dialogs mit der Universitätsleitung Nachdruck zu verleihen. Das Rektorat ist nicht einfach nur besetzt, sondern „Tagungsort“ eines Arbeitskreises, der sich mit der Änderung des Landeshochschulgesetzes befasst. Eine Auseinandersetzung zu diesem Thema zusammen mit der Universitätsleitung unterstützen wir ausdrücklich. Geben Sie uns eine Möglichkeit Änderungen gemeinsam zu erarbeiten. Wir sind diskussionsbereit!

Mit freundlichem Gruß
Fachschaft Islamwissenschaft
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Die Fachschaft Psychologie unterstützt die Forderungen des Bildungsstreiks und die Forderungen, die während der Besetzung der Alten Universität ausgearbeitet worden sind.
Der momentane Missstand bei der studentischen Mitbestimmung ist nicht länger hinnehmbar. Sämtliche Versuche einer Verbesserung dieser Situation sind an einer mangelnden Kooperation seitens des Rektorats
gescheitert. Wir sehen deshalb in der Besetzung der Alten Universität die ultima ratio diese Forderungen – und vor allem die Forderungen nach einer stärkeren Demokratisierung an den Hochschulen –
durchzusetzen. Wir unterstützen diese Besetzung daher, solange sie weiterhin friedlich und ohne Beschädigung von Personen oder Eigentum von statten geht.
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Wir, die FS Anglistik, befürworten sowohl die inhaltlichen Forderungen der Studenten als auch die friedliche Besetzung des Rektorats.Die Besetzung scheint der einzige Weg zu sein, die Belange der Studierenden durchzusetzen. Herr Eitel hatte die Gelegenheit die Anregungen der Studenten VOR der Besetzung ernsthaft in Betracht zu ziehen. Er hat sich aber dagegen entschieden.Auch wurden wir, entgegen anderslautenden Aussagen, nicht vom Rektorat aufgefordert, Stellung zu beziehen.
Die Fachschaft Anglistik
(Ausführliche Stellungnahme der Fachschaft Anglistik)
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Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Eitel, sehr geehrte Frau Prof. Dr. Witschel, sehr geehrte Frau Prof. Dr. Prohl,
die Fachschaft der Europäischen Kunstgeschichte solidarisiert sich mit dem Bildungsstreik und unterstützt diesen. Die Streikenden thematisieren wichtige Probleme im Bildungssystem, an unserer Universität und in den einzelnen Instituten. Sie erarbeiten konstruktive Verbesserungsvorschläge. Genau wie das Bildungsstreikbündnis kritisieren wir unter anderem die mangelnde Demokratie an der Hochschule, die fehlende Tranzparenz der Gremienarbeit und in Finanzfragen sowie die fehlende Unterstützung des Rektorats, studentische Angelegenheiten auf Landesebene zu vertreten. Durch den Bildungsstreik gelangen politische Themen in den studentischen Alltagen und regen Diskussionen darüber an, was wir als Fachschaft sehr begrüßen.
Wir erwarten vom Rektorat mit den Studierenden in einen echten Dialog zu treten und mit den StudentInnen in demokratischer Zusammenarbeit Lösungen zu erarbeiten.
i.A. der Fachschaft der Europäischen Kunstgeschichte
Carlijn Groot Bramel
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Die Fachschaft Religionswissenschaft unterstützt weiterhin den Bildungsstreik und solidarisiert sich mit den Besetzer_innen der Alten Universität. Dort werden in hochschulpolitischen Plena die Forderungen ausgearbeitet und Interessierte informiert.
Die Aktionen sind fächerübergreifend und dezentral organisiert, nicht von Fachschaften oder Organisationen. Wie und in welcher Form sich Studierende daran beteiligen, liegt in deren Verantwortung.
Als Fach ohne Seminarräume, ohne Belegprioritäten und als kleines kulturwissenschaftliches Institut ist die Religionswissenschaft in besonderem Maße von der universitären Mangelverwaltung betroffen und ihr disziplinäres Überleben stets bedroht. Wir hoffen, dass der Bildungsstreik zu einer positiven Veränderung der Bildungssituation in Deutschland führt und die gesellschaftliche Diskussion darüber anhält.
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Aus der Stellungnahme der Fachschaft Soziologie:
[…]Diese Tatsache und die Dimensionen des Bildungsstreiks, wie z.B.
• das Erhalten des lebendigen Geistes
• der Bildung einen Eigenwert zuzuschreiben
• die Selbstbestimmung der Studierenden zu fordern
lassen uns zu dem Schluss kommen den Bildungsstreik zu unterstützen.
Nach mehreren Versuchen der Studenten in den Dialog mit dem Rektorat zu treten, sehen wir die Besetzung des Rektorats nun als ein legitimes Mittel die Forderungen der Studierenden zu vertreten und ernsthafte Mitbestimmung zu erreichen. Die Arbeit, welche von den Studenten im besetzten Rektorat geleistet wird, können wir als konstruktiv, konsensorientiert und ohne Absicht auf physischen Konflikt beschreiben. Daraus folgernd unterstützen wir die Besetzung des Rektorats.
In Hoffnung, auf einen weiterhin respektvollen Umgang aller Beteiligten, einer klaren Positionierung des Rektorats und das Eingehen auf die Forderungen der Studierenden, also auch unserer, verbleiben wir mit freundlichen Grüßen
Die Fachschaft Soziologie (Ungekürzte Stellungnahme der FS Soziologie auf der Website der FSK)
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Als Fachschaft Theologie unterstützen wir den Bildungsstreik. Wir begrüßen das bundesweite Eintreten von Studierenden und SchülerInnen für eine Verbesserung der Bildungssituation.
An der Universität Heidelberg hat sich aus unserer Sicht seit dem Amtsantritt von Rektor Eitel die Kommunikation zwischen Rektorat und Studierenden massiv verschlechtert. Unsere studentischen Anliegen werden nicht ausreichend gewürdigt, sondern respektlos abgetan. Ein besonders gutes Beispiel dafür waren die Vorfälle am Mittwoch Nachmittag, die dazu führten, dass das Rektorat besetzt wurde, da Rektor Eitel sich dem Diskurs wieder einmal entzogen hat. Wir fordern, dass Herr Eitel sich baldmöglichst vor Ort einfindet, um in einem Gespräch auf Augenhöhe mit den Studierenden über die Missstände an der Universität Heidelberg zu diskutieren und sinnvolle Veränderungen einzuleiten. Dabei plädieren wir für einen respektvollen, ernsthaften und konstruktiven Umgang miteinander in dieser Konfliktsituation. Da die Besetzung sich bis jetzt friedlich abgespielt hat und die Studierenden in der Alten Universität in konsensorientierter, konstruktiver und konzentrierter Arbeit ihre Forderungen formulieren, unterstützen wir die Besetzung unter diesen Umständen.
Sobald die Studierenden an der Universität Heidelberg in angemessener Weise an den Entscheidungsprozessen beteiligt werden, werden solche Mittel nicht mehr notwendig sein.
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Aus der Stellungnahme der Fachschaft Ethnologie:
[…]Was man allerdings denjenigen, die in jenen Räumen sitzen, nicht vorwerfen kann, ist, sie wären eine kleine, radikale Minderheit, die auf gewalttätigem Wege und ohne konkrete Forderungen randalierten. Ein Blick auf die Homepage des Bildungsstreiks in Heidelberg beweist das Gegenteil. Wenn man sich den fundierten Forderungskatalog ansieht, findet man direkt darunter den Satz:
„Wir laden ausdrücklich alle Mitglieder der Universität dazu ein, gemeinsam unsere konstruktiven Lösungsansätze mitzugestalten“.
Aus diesem Grunde wollen wir uns nicht generell vom Bildungsstreik distanzieren. Im Gegenteil, wir als Fachschaft Ethnologie solidarisieren uns mit den Zielen des Bildungsstreiks. Wir würden es sehr begrüßen, wenn jener konstruktive Diskurs zwischen allen Statusgruppen entstehen und erhalten bleiben würde. Dies kann in besserer Art und Weise geschehen, wenn, wie in den Forderungen der Besetzer aufgeführt, eine entsprechende Stärkung der Stimme der Studierenden stattfindet. Auch darin äußert sich der lebendige Geist. Deswegen können und sollten wir uns auf Augenhöhe […]
Desweiteren möchten wir noch darauf hinweisen, dass Herrn Rektor Eitels Verhalten gegenüber den Forderungen der gesprächsuchenden Studierenden der Anlass dafür ist, dass unsere Stellungnahme überhaupt erforderlich ist. Gemeint ist z.B. die Aussage, er würde sich im Falle eines Antrags der studentischen Vertreter im Senat zur Erhöhung ihrer Zahl im Senat, trotz seiner rechtlichen Stellung als einziger Vertreter der Studierendenschaft, enthalten.
Aus diesen Gründen solidarisieren wir, die Fachschaft Ethnologie, uns mit den Forderungen der BesetzerInnen der Alten Universität.
(Ungekürzte Stellungnahme der Fachschaft Ethnologie)
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Liebe Bildungsstreikler,
entgegen anderer Fachschaften möchten wir uns als Fachschaft Geographie weiterhin soldidarisch mit dem Bildungsstreik in Heidelberg zu erklären.
Ich bin Mitglied der Fachschaft Geographie und schreibe im Auftrag.
Bei weiteren Fragen wendet euch aber bitte nicht direkt an mich, sondern wie immer an die offizielle Fachschaftsadresse.

Weiterhin viel Erfolg und ausreichend Durchhaltevermögen,
eure Fachschaft Geographie
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Die Fachschaft VWL unterstützt die friedliche Besetzung des Rektorats, sowie die
grundsätzlichen Forderungen und Ziele des Bildungsstreiks. Wir hoffen, dass durch die vielfältigen Aktionen, die während der Bildungsstreikwoche statt gefunden haben, die Öffentlichkeit für diese wichtigen Themen sensibilisiert wurde.[…]
Die Besetzung des Rektorats stellt für uns keine Aktion einer radikalen Minderheit dar, sondern bringt die Meinung der Mehrheit der Studierenden zum Ausdruck.
[…]
Wir rufen sowohl das Rektorat als auch unsere Kommilitonen im Rektorat zur
Kompromissbereitschaft auf!
Fachschaft VWL
(Vollständige Stellungnahme der Fachschaft VWL)
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Liebe Studierende,
Wir als Fachschaft Geowissenschaften erklären uns solidarisch zu den
Forderungen an Herrn Eitel und Herrn Frankenberg. Wir unterstützen
ebenso die Maßnahme der friedfertigen Besetzung des Rektorats als
Ausdruck der Unzufriedenheit gegenüber der Kommunikationsbereitschaft
seitens des Rektorats.

Glück auf!
Bleibt standhaft!

Fachschaft Geowissenschaften
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Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Eitel, sehr geehrte Dekane und Studiendekane, liebe Kommilitonen,
im Namen der Fachschaft Pharmazie und Molekulare Biotechnologie wollen wir uns mit den allgemeinen Forderungen des Bildungsstreikes 2009 solidarisieren.

Wir ziehen zur Durchsetzung dieser Forderungen grundsätzlich einen demokratisch rechtlichen Dialog gegenüber der Besetzung des Rektorates vor. Als letztes Mittel der Wahl lehnen wir die vorrübergehende Besetzung jedoch nicht grundsätzlich ab. Eine vollkommene Distanzierung unsererseits von diesem Vorgehen findet daher nicht statt, sollte dieses der einzige Weg zur Ermöglichung eines Dialogs zwischen Rektorat und den Studierenden sein.

Im Allgemeinen funktioniert die Mitbestimmung in den gebildeten Gremien der Fakultät für Biowissenschaften im Sinne der Studierenden recht gut. Wir sind allerdings sehr auf das Wohlwollen der beteiligten Professoren angewiesen. Deshalb unterstützen wir besonders die Forderungen nach rechtlich legitimierter Mitsprache der Studierenden, die über eine rein beratende Funktion hinausgeht.

Die Fachschaften Pharmazie und Molekulare Biotechnologie lassen sich nicht dazu instrumentalisieren, die Studierendenschaft zu spalten.
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Im Anbetracht der aktuellen Ereignisse im Rahmen des Bildungsstreiks positioniert sich die Fachschaft Biologie zum 18.06.2009, 21 Uhr, wie folgt:
– Wir befürworten die durch den Bildungsstreik angestoßenen, mitunter kontroversen Diskussionen zwischen Dozenten, Studierenden und Öffentlichkeit. Im Zuge des Bildungsstreiks sind viele konstruktive Vorschläge vorgebracht worden und fordern daher den Dialog mit den am Bildungsstreik beteiligten Studierenden.
– Der Bildungsstreik wird von verschiedenen Gruppierungen getragen. Diese stimmen alle ebenso wie wir darin überein, dass im Hochschulsystem Baden-Württembergs gravierende Mängel existieren. Alle Seiten haben ein Interesse daran, diese zu lösen.
– Wir betonen ausdrücklich, dass eine konstruktive und gemeinschaftliche Lösungsfindung im Diskurs angestrebt wird. Wir halten hierbei die bisherige Kommunikation zwischen den Studierenden und Dozenten unserer Fakultät, insbesondere dem Dekan und den Studiendekanen, für vorbildlich.
Diese Stellungnahme wird von der Fachschaft Biologie einstimmig unterstützt.
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Die Fachschaft MathPhys unterstützt die grundsätzlichen Forderungen und Ziele des z.Zt. stattfindenden Bildungsstreiks. Wir unterstützen insbesondere die Forderungen der Besetzer_innen der Alten Universität nach
mehr demokratischer Mitbestimmung und Transparenz. Desweiteren sehen wir diejenigen, die in jenen Räumen sitzen, nicht als eine kleine, radikale Minderheit an, die auf gewalttätigem Wege und ohne konkrete Forderungen
randaliert. Vielmehr begrüßen wir den konstruktiven und gewaltfreien Verlauf der Besetzung.

Daher schließen wir uns den zahlreichen weiteren Fachschaften an, die ihre Solidarität bekundet haben. Wir wünschen uns von allen Beteiligten einen konstruktiven Dialog, wie er von den Besetzer_innen in ihrem Aufruf „Wir
laden ausdrücklich alle Mitglieder der Universität dazu ein, gemeinsam unsere konstruktiven Lösungsansätze mitzugestalten“ gewünscht ist. Dass solch ein Dialog möglich ist, zeigte sich beispielsweise bei Gesprächen
zwischen Vertreter_innen von Bildungsstreik und Fachschaften mit den (Studien-)Dekan_innen der „Feld“-Fakultäten am vergangenen Mittwoch.
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Sehr geehrte Damen und Herren, Professorinnen und Professoren, liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen und Mitglieder der Universität Heidelberg,

die Fachschaft Chemie hat sich bei ihrem heutigen Treffen mit der Besetzung der Alten Universität beschäftigt.

Dabei haben wir festgestellt, dass die Zusammenarbeit zwischen Fakultät, Instituten, Lehrenden und Studierendenvertretern sowie die Mitbestimmungsmöglichkeiten innerhalb unserer Fakultät (vor allem im Vergleich zu vielen „Altstadt-“ Fakultäten) überwiegend als vorbildlich angesehen werden kann. Dies beruht jedoch ausschließlich auf der guten Kooperation mit den Professoren.
Diese Einschätzung endet jedoch eindeutig sobald es über die Fakultätsebene hinausgeht.
Das Verhalten des Rektors unserer Universität ist für uns nicht nachvollziehbar, die mangelnde Kooperation bewerten wir als enttäuschend.

Weiterhin führte unser Treffen zu folgenden Ergebnissen:

1. Wir unterstützen inhaltlich die Forderungen der BesetzerInnen.
2. Wir nehmen zum Akt der Besetzung des Gebäudes der Alten Universität keinerlei Stellung und lassen uns zu keiner Stellungnahme drängen, die von einer der beiden Seiten instrumentalisiert werden könnte. Wir betonen in diesem Zusammenhang, dass die Besetzung friedlich verlaufen ist.
3. Wir fordern vom Rektor der Universität Heidelberg die Rücknahme der Strafanträge gegen die BesetzerInnen und unterstützen die zu diesem Thema ins Leben gerufene Petition.

Gerne regen wir offene Gespräche und Diskussionen von Studierendenvertretern mit Lehrenden und Fakultätsangehörigen an.

Grüße,
Fachschaft Chemie

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Aus der Stellungnahme der Fachschaft Politik:
[…]Die Woche des Bildungsstreiks hat es ermöglicht, dass betroffene Parteien sich über lange existierende Probleme des Bildungssystems im allgemeinen und der Uni Heidelberg im besonderen in einem konstruktiven pluralisitschen Diskurs austauschen können.
Die FS Politik weist nachdrücklich auf die Notwendigkeit eines paritätischen Dialogs über die Mißstände an der Uni Heidelberg hin.
Der Besetzung der Alten Uni als Aktionsform zur Problematisierung der Inhalte steht die FS Politik gespalten gegenüber.
Trotz der Uneinigkeit in Bezug auf die laufende Besetzung möchte die FS Politik unterstreichen, dass einige Probleme, die im Forderungskatalog der Mitwirkenden des Bildungsstreiks enthalten sind, sehr wohl eine hohe Relevanz haben. Darüber hinaus spiegeln die artikulierten Forderungen unserer Meinung nach die Interessen und Bedürfnisse der Mehrheit der Studierendenschaft wieder.[…] (Komplette Stellungnahme der Fachschaft Politik)
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Stellungnahme der Fachschaft Ägyptologie

Als kleines Studienfach, das stark von Kürzungen und negativen Reformen im Zuge des Bolognaprozesses betroffen ist, begrüßen wir den Bildungsstreik 2009 ganz besonders.

Da es im Zuge dessen leider bisher nicht zu konstruktiven Dialogen zwischen dem Rektorat und den Studierenden gekommen ist, unterstützen wir die friedliche und gewaltfreie Besetzung der Alten Universität als legitimes Mittel zum Anstoß von Diskussionen und Umdenken.

Wir hoffen, dass die letzte Woche zu den besagten konstruktiven Dialogen führen und es zu Einigungen und Verbesserungen im Bildungswesen der Universität Heidelberg kommen wird.

Mit freundlichen Grüßen
Die Fachschaft Ägyptologie

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Sehr geehrte Damen und Herren, Professorinnen und Professoren, liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen,

die Fachschaft Sport unterstützt nachdrücklich den Bildungsstreik, der deutschlandweit eine längst überfällige Diskussion über die Missstände in den Bildungssystemen in Gang gesetzt hat. Auch im Kleinen, an Instituten und in Seminaren, wurde die Möglichkeit zur konstruktiven Auseinandersetzung im Rahmen des Bildungsstreiks genutzt.

Die Studierenden des Instituts für Sport und Sportwissenschaft konnten sich außerdem auf eine offizielle Befürwortung der Aktion ‚Bildungsstreik‘ durch den Institutsleiter und den Fakultätsrat stützen und es wurde ihnen freigestellt, an den Veranstaltungen der vergangenen Woche teilzunehmen.

Wir sehen die Besetzung des Rektorats als Reaktion auf die fehlende Kompromissbereitschaft seitens des Rektors der Universität. Die Studierenden haben zu jeder Zeit Bereitschaft zum Dialog gezeigt. Die Besetzung wurde nach Einschätzung der Fachschaft Sport als letzte Möglichkeit betrachtet, sich Gehör zu verschaffen.

Grüße,
Fachschaft Sport

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Hiermit erklärt die Fachschaft der Byzantinischen Archäologie und Kunstgeschichte ihre volle Unterstützung und Solidarität gegenüber dem laufenden Bildungsstreik und dem Vorgehen der Streikenden in Heidelberg. Wir kritisieren ausdrücklich das Verhalten des Rektorats und erwarten einen konstruktiven und demokratischen Umgang mit den Forderungen der Studierenden, sowie einen der Sache angemessenen Diskurs! Wir fordern außerdem Herrn Eitel auf endlich seiner Pflicht nachzukommen und den Dialog mit den Studierenden zu suchen, dann sind solche Maßnahmen in Zukunft auch nicht mehr nötig.

Die Byzantinische Archäologie und Kunstgeschichte gehört zu den kleinen Instituten, die keine eigenen Seminarräume haben und besonders unter den internen Verwaltungsmängeln leiden.

Mit voller Unterstützung und im Namen der Byzantinischen Archäologie und Kunstgeschichte,

die Fachschaftsvertretung.

(Ursina Wittke, Michael Kiefer, Hans-Georg Nagel)

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen,

mit diesem Schreiben kommen wir der Bitte des Dekans nach, Stellung zu den Geschehnissen im Zuge des „Bildungsstreiks“, insbesondere zu der studentischen Besetzung des Rektorates am vergangenen Wochenende, zu beziehen.

Die Fachschaftsvertretung Klassische Archäologie stimmt einmütig den Zielen des „Bundesweiten Bildungsstreiks“ und dem Forderungskatalog an den Rektor, Herrn Eitel, zu. Außerdem erklären wir unsere uneingeschränkte Solidarität mit den KommilitonInnen, die das Rektorat besetzt hielten. Wir befürworten in diesem Falle das vollkommen gewaltfreie Vorgehen der Studierenden, da wir es als Versuch, sich gegenüber dem Rektorat Gehör zu
verschaffen, für legitim befinden.

Wir hoffen auf einen gelingenden Dialog.

Mit freundlichem Gruß
Fachschaftsvertretung Klassische Archäologie

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Hier noch der Link zur Übersichtsseite der Fachschaftskonferenz zu allen Stellungnahmen der Fachschaften: Stellungnahmen der Fachschaften auf der Website der FSK