Pressemitteilung zur Demonstration in Heidelberg

Pressemitteilung zur Bildungsstreikdemonstration am 24.1.2011 in Heidelberg
– das Feuer des Protests brennt auch unter widrigen Bedingungen –

Im Rahmen der „Protestfeuer-Aktion“ die in ganz Baden-Württemberg seit letzter Woche stattfinden, demonstrierten 500 Schülerinnen, Schüler und Studierende in Heidelberg. Die friedliche und lautstarke Demonstration lief von der Poststraße, über den Bismarckplatz, bis zum Universitätsplatz.
Begleitet wurde die Demonstration von einem massiven und ungerechtfertigten Polizeiaufgebot, von etwa 100 Bereitschaftspolizisten. Ein Aktiver des Bildungsstreiks äußerte sich folgendermaßen dazu: „Diese absolut lächerliche Maßnahme ist nicht zu rechtfertigen, vor allem, weil es im Kontext des Bildungsstreiks in Heidelberg noch nie größere Probleme gab.“
Im Vorfeld der Demonstration wurden die Demonstrationsanmelder mit fragwürden Auflagen, die die Versammlungsfreiheit einschränken, konfrontiert. Neben der Bannerlänge und der Laufgeschwindigkeit, gab es beispielsweise folgende Auflage: „Bei pantomimisch-spielerischen, tänzerischen oder sonstigen besonderen Aktionsformen durch Versammlungsteilnehmer […], ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu den Einsatzkräften einzuhalten. Dies gilt auch für mitgeführte Gegenstände wie z.B. Staubwedel, Klobürsten etc.“ Diese und weitere Auflagen zeigen das realitätsferne und absurde Vorgehen der Heidelberger Polizei.
Zu denken gibt auch die Tatsache, dass zahlreiche Schüler und Schülerinnen von ihren Lehrerinnen und Lehrern, unter Androhung massiver Konsequenzen von einer Teilnahme an der Demonstration abgehalten wurden. Diese falschen Aussagen sind einerseits bedenklich, weil dadurch die Teilnahme an einer angemeldeten Demonstration und damit die Ausübung eines demokratischen Grundrechts verhindert wurde. Andererseits sollte gerade Lehrerinnen und Lehrer das Engagement für ein besseres Bildungssystem am Herzen liegen.

Die Demonstrierenden fordern

    auf Ebene der Schulen
    • längeres gemeinsames Lernen und die Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems,
    • mehr Lehrkräfte für bessere Betreuungsverhältnisse und ein besseres Schulklima,
    • eine Reform des Bewertungssystems


    und auf Ebene der Hochschulen
    • einen freien Hochschulzugang und Zugang zum Master für alle,
    • Verfasste Studierendenschaften,


    und für das gesamte Bildungssystem
    • gebührenfreie Bildung,
    • Demokratisierung aller Bildungseinrichtungen.

Das „Protestfeuer“ wird diese Woche weiter durch Baden-Württemberg getragen und zwar beispielweise am Mittwoch bei einer großen Demonstration gegen Studiengebühren in Karlsruhe und am Samstag bei der Abschlussdemonstration in Stuttgart.

Weitere Informationen zu dem Thema unter:
www.bildungsstreik-bawue.de

Kontakt zum Heidelberger Presseteam:

Mail: presse@bildungsstreik-hd.de
Tel.: 0176 38541695


  1. Ich sagt:

    Länger gemeinsam lernen? Dann geht doch einfach auf viele Demos und bleibt sitzen, schon ist es „länger“.
    Mehr Lehrkräfte? Dann zahlt dafür. Mehr geht halt leider nicht einfach mal eben so.
    Bewertungssystem? Was ist euch lieber? „Macht mal bitte, und wenn nicht dann halt nicht“???
    Master für alle? Dann bestimmt erstmal auch Uni für alle, inkl. Hauptschüler – oder wie? Natürlich muss man irgendwie auswählen, gerade auch da der Staat sich unsere Ausbildung kosten lässt. Höchstens ob das alleine mit der Note geht, ist fraglich.
    Verfasste Studierendenschaften?? Bloß nicht, dann könntet ihr euch ja noch mehr aufspielen.
    Gebührenfreie Bildung? Mensch Meier, die Diskussion ist fertig. Dann geht doch nach Leipzig, da kostet auch die Wohnung weniger.
    „Demokratisierung“? Soll das heißen, dass linksaußen-Kräfte wie ihr Macht bekommen? Das sehe ich nicht als Demokratisierung, wenn ein paar Berufsprotestler die anderen Vorführen.

  2. Er sagt:

    Hey du, Ich, lass doch die Leute in Ruhe!
    Nur weil du, Ich, nicht mit Leuten kannst, die ihre Meinung nach außen tragen, brauchst du hier ja nicht rumstänkern.
    Scheinbar kommst du, Ich, wohl nicht ganz mit dir selbst zurecht.
    Dann wirst du, Ich, wohl weiter für alle schönen Dinge im Leben in den Keller müssen.
    Heidelberg rockt und wird immer rocken.
    Und wenn du, Ich, nicht so schlimme Angst vor allem hättest, könntest du, Ich, dir auch deine kompromitierenden Kommentare sparen.
    Aber schreib du, Ich, doch mal deine Web-Adresse auf, berichte du, Ich, doch mal von deinen Aktivitäten, so schön wie die Leute hier vom Bildungsstreik dies tun. Zeig du, Ich, uns erst mal was du drauf hast, und dann kannst du, Ich, vielleicht irgendwann in der Zukunft auch mal mitreden.
    Bis dahin alles Gute und eine geruhsame Nacht.

  3. ICH AUCH sagt:

    Lieber „Ich“,
    es ist fantastisch, dass du dich offensichtlich inhaltlich bestens auskennst und dich anscheindend schon intensiv mit dem Thema befasst hast. Ich schätze deine Aussagen, denn sie machen es wirklich für jeden offensichtlich woran es fehlt: nämlich an ECHTER Bildung. Du hättest dir dieses Wissen natürlich auch alles selbst aneignen können, indem du auf dieser Seite (und anderen Seiten) ein wenig die inhaltlichen Texte gelesen hättest. Ich reiße mal kurz bruchstückhaft an…

    Zu deiner ersten Aussage: Du hast es wohl inhaltlich leider nicht ganz verstanden, es geht nicht darum die Schulzeit zu verlängern, sondern die Zeit des GEMEINSAMEN lernens.
    Zu deiner zweiten Aussage: Das Prinzip einer Solidarfinanzierung wie es das Bildungssystem ist, soll allen die Möglichkeit geben an etwas (in dem Fall Bildung) teilzuhaben, nicht nur denjenigen, die es sich leisten können. Alles andere nenn man assozial. Außerdem ist es selbst unter Ökonomen unumstritten, dass keine öffentliche Investition so sinnvoll ist wie die in Bildung.
    Zu deiner dritten Aussage: Ziel ist ein Bewertungssystem, das individuellen Lernfortschritt honoriert, fördert und aufzeigt. Dies ist leider mit dem aktuellen Notensystem nicht gut gelöst.
    Zu deiner vierten Aussage: Das Ziel ist eine Breitenbildung auf höchstmöglichem Niveau, denn nur mit dieser Breitenbildung ist eine demokratische Gesellschaft möglich und eine Demokratie lebensfähig. Warum soll Menschen der Zugang zu mehr Bildung verwehrt bleiben – obwohl sie motiviert und qualifiziert sind? Der Fachkräftemangel zeigt doch gerade, dass es nicht genügend Hochqualifizierte Menschen gibt.
    Zu deiner fünften Aussage: Verfasste Studierendenschaften ermöglichen Studierenden u.a. in verschiedenen Bereichen selbst tätig zu werden und sich dadurch weiter zu entwickeln/bilden. Sie schaffen durch die Verfasstheit Möglichkeiten, um den Hochschulleitungen angemessen ungenutzte Potenziale, neue Ideen oder Verbesserungsvorschläge zu machen.
    Zu deiner sechsten Aussage: Das Argument ist vor allem unter dem gegebenen Studienplatzmangel so dämlich, dass ich eigentlich nichts mehr dazu sagen will (siehe auch Punkt 2).
    Zu deiner letzten Aussage: Der Bildungsstreik ist sehr demokratisch. Das kannst du auf jedem Treffen oder Gespräch erfahren. Und der Bildungsstreik versteht Demokratie auch nicht als „Macht bekommen“, wie du es interpretierst, sondern als offenen Diskussionsprozess in dem das Argument und sinnvolle Konzepte zählen. Dafür und für seine eigene Zukunft zu demonstrieren ist nicht nur vernünftig und mutig, sondern auch notwendig, damit ein Zusammenleben in Zukunft funktionieren kann. Zum Thema „Berufsdemonstranten“ noch ein paar Worte: Ich habe noch niemanden auf einer Bildungsstreikdemo getroffen, dem das Thema nicht am Herzen lag.
    Wenn du andere Ansichten hast, dann darfst du dafür auch gerne auf die Straße gehen, ich habe aber noch niemanden getroffen, der für mehr Elitenförderung, höhere Studiengebühren, unqualizitiertere LehrerInnen, mehr Hierarchien und mehr soziale Auslese demonstriert hat…