Heidelberger Studierende erweitern Dies Academicus

 Am Mittwoch Abend den 13.01.2010, nachdem die offiziellen Veranstaltungen des Dies Academicus bereits zu Ende waren, fanden sich Studierende im Hörsaal 4a in der Neuen Universität ein, um die bildungspolitischen Themen des Tages inhaltlich zu vertiefen. Im Fokus der Gespräche stand mal wieder, dass Studierende in Heidelberg noch immer keinen Raum haben indem Sie sich in eigener Verantwortung versammeln können und es keine legitime Studierendenvertretung gibt. Ganz bewusst wollten sich die Studierenden hierfür kein zeitliches Limit setzten.
 
Prorektor Kurt Roth und die Leiterin der Abteilung Kommunikation und Marketing, Marietta Fuhrmann-Koch kamen ohne Interesse an den Hintergründen der gerade stattfindenden Diskussion in Hörsaal 4a, lediglich um den Studierenden gegen 20.30 Uhr ein Ultimatum zu stellen, das Gebäude sei bis 22 Uhr zu verlassen. 
 
Die Studierenden verwickelten die beiden Rektoratsangehörigen trotzdem in ein Gespräch, um auf die bestehende Raumproblematik zu verweisen. Das Thema wurde daraufhin ergebnislos und kontrovers diskutiert, wobei die Drohung einer Räumung bestehen blieb.
 
Im weiteren Verlauf wurde erörtert, dass es auch in der FSK (Fachschafts Konferenz) ein Raumproblem gibt. Vor einigen Jahren musste diese übergangsweise in einen alten Keller in einem Gebäude der Physik in Neuenheim ziehen. Die FSK wartet seitdem auf einen angemessenen Ersatzraum.
 
Die Tendenz sich unter Drohung von Gewalt bzw. deren Ausführung von unliebsamen Studierenden und SchülerInnen zu entledigen, ist somit also auch in Heidelberg keine Ausnahme mehr sondern gehört inzwischen zur offiziellen Strategie. Dringend notwendiger und friedlicher Protest gegen die ungerechten und undemokratischen Zustände soll so offenbar im Keim erstickt werden. 
 
Abgeschreckt durch das Beispiel des brutalen Vorgehens der Frankfurter Polizei im Dezember letzten Jahres verließen die Studierenden die Räumlichkeiten gegen 24 Uhr. 
  
Vor diesem Hintergrund, rufen wir zur verstärkten Teilnahme an der Demonstration „Die Uni gehört allen – gegen die autoritäre Hochschule“ in Frankfurt am Main am 30. Januar auf.
Auch weiterhin lassen sich die bildungspolitisch aktiven Studierenden nicht von autoritären Auftreten der Hochschulleitung abbringen und rufen alle auf, weiterhin für gute und zugängliche Bildungsmöglichkeiten für alle zu kämpfen!

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